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Freitag, 11. April 2008

DIE ASOZIALITÄT ...

... der götter (oder wie sloterdijk (Vom göttlichen Wahnsinn) sagt: ihre indifferenz, d. h. ihre gleichgültigkeit den menschlichen schicksalen gegenüber) wiederholt sich in den freundschaften der menschen untereinander, nämlich dort, wo oder dann, wenn die (notwendige) phase eintritt, in der sich die beteiligten freunde/freundinnen als voneinander verschieden nicht nur erleben, sondern in dieser wahrnehmung der verschiedenheit auch ein einander-fremdsein wiederzufinden hoffen, das den zauber, der jedem anfang innewohnt, ausmacht und ohne das die liebe nicht zu haben ist - und das ist der göttliche moment, nach dem so viele unglückliche menschen süchtig sind in einer art verlorenem liebeswahn, die immer wieder neue lieben beginnen und die, sobald sie in vertrautheit umzuschlagen drohen, reißaus nehmen müssen.
merke, alle göttliche liebe, jedenfalls alles, was unter solch einem begriff und ihm verwandten wendungen veranstaltet wird, ist von dieser göttlichen indifferenz (oder auch: asozialität)

bei aller gefährlichkeit dieser essenz (der göttlichen indifferenz) soll hier doch der überzeugung ausdruck verliehen sein, dass ein klitzekleiner tropfen eben dieser essenz jede liebe und jede freundschaft erst erträglich und lebbar werden lässt

gerade in einer engsten und vertrautesten beziehung sollten letzte geheimnisse nicht unnötig preisgegeben oder umgekehrt auch jeweilige erpresserische insistenzen abgewehrt werden, mit denen die freunde sich die luft zum atmen nähmen: sag mir alles oder ich glaub dir deine liebe nicht